Freitag, 9. Oktober 2026

Rückblick 2022 - Vitaltour Geheimnisvoller Lemberg

Manche Wanderwege begeistern durch spektakuläre Ausblicke, andere durch stille Wälder, geheimnisvolle Felsen und Geschichten aus längst vergangenen Zeiten. Die Vitaltour Geheimnisvoller Lemberg verbindet genau diese Elemente und verspricht eine abwechslungsreiche Wanderung durch eine der reizvollen Naturlandschaften in Rheinland-Pfalz. Zudem gehört sie zu meinen bisherigen, absoluten Lieblingswanderungen!

Auf dieser Rundwanderung geht es nicht nur darum, Kilometer zurückzulegen. Es geht darum, die Natur bewusst zu erleben, verborgene Besonderheiten am Wegesrand zu entdecken und sich von der Atmosphäre des Waldes verzaubern zu lassen. Eben jene Besonderheiten machen den Weg so spannend und abwechslungsreich. Er beginnt am Waldgasthaus Lemberghütte, von wo sich ein schöner Blick hinunter auf die Nahe bietet.

Dann geht es gleich auf angenehmen Waldwegen bergab, wo man bald auf eine alte Lorenbahn trifft, die den Weg zum Besucherbergwerk Schmittenstollen weist. Wir verzichten jedoch darauf, kommen aber später direkt an der Anlage wieder vorbei.






Kurz vor dem Waldfriedhof verlassen wir den Weg und laufen hinter dem Hotel - immer den Wegweisern folgend - weiter bergab. Spätestens hier wissen wir, dass es bald wieder stramm bergauf gehen wird! Noch weiter ins Tal geht es dann durch die Trombachklamm, einem wildromantischen Einschnitt im Wald. Der Weg ist leicht zu gehen, je nach Jahreszeit begleitet einen das Plätschern des gleichnamigen Baches. Am Ende der Klamm empfiehlt sich eine Pause, denn ab hier beginnt der Aufstieg. Der Anstrengung zum Trotz sollte man auf dem Weg nach oben jedoch die Augen offenhalten, denn man wird beobachtet!






Gleich darauf erreicht man das eingangs schon erwähnte Besucherbergwerk  Schmittenstollen, das am Tag meines Besuches allerdings geschlossen hatte. Direkt nach dem Bergwerk beginnt - zumindest für meine Begriffe - der spannendste Abschnitt der Tour. Man kommt an ehemaligen Steinbrüchen, wunderbaren Fernblicken und ein paar technischen Relikten des ehemaligen Bergbaus vorbei. Ein Highlight für jeden, der solche LostPlaces mag.


Alter Trafoturm




Nach einer Weile über sonnenbeschienene Wege, entlang an Felswänden und Abraumhalden betritt man wieder den Wald und kommt an der Geisterbank vorbei mit Blick auf die Burgruine Montfort. Von dieser Bank aus kann man in manchen Nächten die Geister auf der Burg tanzen sehen ...






Im Anschluss trifft man auf ein paar technische Relikte aus der Bergbauzeit. Einen Turm, von dem ich vermute, dass er einem Seilbahnsystem angehörte, mit dem abgebautes Material ins Tal befördert wurde (Begehung im Video!), alte Fundamente von eben dieser angenommenen Seilbahn und tief im Unterholz versteckt, einen "Steinbrecher", ein monströses Betonungetüm, in dem sich vermutlich einst eine Maschine zum Zerkleinern von Steinen befunden hat. Ebenfalls im Video gibt es einen spannenden Besuch in einer Art "Keller" von diesem Ding!




Nach Überquerung eines ungewöhnlich großen, betonierten Platzes, von dem ich ebenfalls vermute, dass seine ursprüngliche Bestimmung in der Bergbauzeit zu suchen ist, kommen wir noch am "Silbersee" vorbei, einem idyllisch gelegenen See inmitten eines Steinbruchs, der wegen des hohen Grundwasserspiegels an dieser Stelle aufgegeben wurde. Baden ist hier verboten, aber im Sommer ist es hier wirklich angenehm kühl zwischen den Felswänden.



Noch wenige hundert Meter trennen uns vom Ausgangspunkt, der Lemberghütte und eine spannende Rundwanderung hat mal wieder ihr Ende gefunden.



Link zum Video





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