Montag, 21. September 2026

Hunolsteiner Klammtour – Wandern zwischen Felsen, Wald und Hunsrücklandschaft

Wo schmale Pfade durch dichte Wälder führen, Felsen aus dem Hang ragen und kleine Bäche ihren Weg durch die Landschaft suchen, zeigt sich der Hunsrück von seiner ursprünglichen Seite. Die Hunolsteiner Klammtour bei Hunolstein verbindet genau diese Elemente und bietet eine abwechslungsreiche Wanderung durch eine eindrucksvolle Natur- und Kulturlandschaft.

Ausgangspunkt der Wanderung ist der Hunolsteiner Hof, außerhalb von Hunolstein gelegen, einem Ortsteil der Gemeinde Morbach im Hunsrück. Hinter dem Hof befindet sich ein großer, kostenloser Parkplatz und nur wenige Meter davon entfernt beginnt die Tour. Schon kurz nach dem Start wird deutlich, was den besonderen Charakter dieser Tour ausmacht: Die Wege führen hinein in eine Landschaft, in der Wald, Felsen und Wasser eng miteinander verbunden sind. Schon nach knapp zwei Kilometern über sonnige Feldwege erreicht man die Ruine der Burg Hunolstein. Ein Aufstieg auf den schroffen Felsen mit dem Gipfelkreuz wird mit einem sehr schönen Rundumblick auf die Wälder und den kleinen Ort belohnt.






Die Geschichte der Burg Hunolstein

Die Geschichte der Burg Hunolstein reicht bis ins Jahr 1192 zurück. Graf Folmar II. von Blieskastel ließ die Burg errichten. Als erster Bewohner wird Hugo, Vogt von Hunolstein, genannt. Seine Nachkommen lebten dort bis 1487. Anschließend gelangte die Burg in den Besitz des Erzstifts Trier und wurde von einem kurfürstlichen Amtmann verwaltet. Während des Feldzugs von Franz von Sickingen gegen Trier im Jahr 1522 wurde auch die Burg Hunolstein geplündert. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor die Burg zunehmend an Bedeutung und wurde vermutlich 1689 von französischen Truppen zerstört. Die noch erhaltenen Mauerreste dienten später als Baumaterial für das Dorf Hunolstein. Heute gehört die Burgruine der Gemeinde Morbach. In den vergangenen Jahren wurde die Anlage gesichert und der Innenhof teilweise ausgebaut. Von der einstigen Burganlage sind damit noch heute Spuren ihrer bewegten Geschichte sichtbar.

Nach diesem kleinen Exkurs in die Geschichte laufen wir noch ein Stück durch das hübsche Dorf, um dann kurz nach der Kirche endlich wieder gewohnten Waldboden unter den Füßen zu spüren. Auf kurvigen Wegen geht es immer weiter ins Tal, die Ruhe wird nur durch Vogelgezwitscher, Blätterrauschen oder dem Gequatsche von Komoot unterbrochen 😊

Wir erreichen die wunderbar einsam gelegene Reinhardsmühle in einem lauschigen Tal, wo es sich ein paar Ziegen in der Sonne gut gehen lassen und biegen direkt hinter dem Anwesen links ab. Die Ziegen wollten nicht so recht aufs Bild, dafür hat man in einer Felsnische einen Madonnenschrein eingerichtet, der sich nicht gegen den neugierigen, verschwitzten Wanderer mit seiner Kamera wehren kann ...





Allmählich hört man dann das Wasser rauschen und schließlich folgt der Weg dem Bachlauf ...



... bis zum namensgebenden Highlight der Wanderung, die Hölzbachklamm. Hier zeigt sich die Landschaft von ihrer ursprünglichen und teilweise wilden Seite. Der Weg führt durch einen bewaldeten Einschnitt, in dem Felsen und steile Hänge die Umgebung prägen. Je nach Wetterlage können die Wege feucht und rutschig sein. Besonders nach Regen sollte man deshalb auf gutes Schuhwerk und einen sicheren Tritt achten. Gerade diese naturbelassenen Abschnitte machen den Reiz der Klammtour aus. Statt breiter Forstwege erwarten die Wanderer immer wieder schmale Pfade, natürliche Hindernisse und abwechslungsreiche Geländeformen.






Der Weg ist zum großen Teil gut zu laufen, hat aber auch ein paar wenige "spannende" Abschnitte, die aber mit Seilen gesichert sind. Ich empfehle, die Sicherungen an diesem Stellen auch zu nutzen!

Ich liebe solche Klammtouren, auch wenn sie oft wirklich anstrengend sind und Kraft kosten, aber ich möchte keine davon missen, die ich bisher durchquert habe. Die Hölzbachklamm ist eigentlich viel zu kurz und damit auch recht schnell bewältigt. Am oberen Ende, nach einer kleinen Holzbrücke, befindet man sich dann wieder auf einem langen, ebenen Waldweg, worüber sich natürlich die müden Beine freuen. Etwa zwei Kilometer später erreicht man eine "Genussstation", wo man gekühlte Getränke, Snacks und sogar ein Ladekabel fürs Handy vorfindet. Dumm nur, wenn man kein Geld dabei hat, dafür aber Proviant, der auf der schönen Rastanlage unter den Bäumen im Schatten vergenussknuspert wird.





Die Hunolsteiner Klammtour lebt vor allem von ihren unterschiedlichen Landschaftseindrücken. Waldpassagen wechseln mit felsigem Gelände, ruhige Wege führen in naturbelassene Bereiche und immer wieder sorgen kleine Anstiege und schmale Pfade für Abwechslung. Damit eignet sich die Tour besonders für Wanderer, die abwechslungsreiche Strecken gegenüber reinen Forst- oder Wirtschaftswegen bevorzugen.

Apropos "Anstiege": Auf dieser Runde gibt es zum Schluss hin noch einen anstrengenden Abschnitt heraus aus dem Tal auf die Anhöhe, der nochmal richtig Kraft kostet und in die Beine geht. Normalerweise achte ich bei der Planung aufs Höhenprofil, da ich natürlich meine Grenzen mittlerweile kenne und Touren vermeide, auf denen es zum Schluss hin nochmal stramm bergauf geht. Okay, ich gebe zu, ich war zu sehr auf die Klamm gespannt. Außerdem hab ich ja Zeit und kann den Anstieg meinem Tempo anpassen.

Oben angekommen ist auch das fünfte T-Shirt durchgeschwitzt, dafür aber das Ziel schon in Sichtweite. Ein leichter Wind geht auf der Anhöhe, der den Schweiß ein bisschen trocknet und der Blick über den Hunsrück entschädigt für die Strapazen. Im Bus wartet die kalte Apfelschorle, ein nasses Handtuch und die Gelegenheit, sich auszuruhen, bevor es wieder nach Hause geht.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen