Da habe ich tatsächlich nochmal einen richtig schönen Herbsttag für eine Rundtour erwischt. Was ja nicht heißen soll, dass keine mehr kommen, aber im Moment ist es am Rechner richtig kuschelig, im Vergleich zu draußen. Nicht mal die Katzen wollen raus ...
Die Traumschleife "Kirschweiler Festung" hatte ich schon eine Weile auf der Liste. Zum Jahresabschluss - zumindest was längere Touren und weite Fahrstrecken angeht - kam mir diese Tour mit einem moderaten Anstieg gleich zu Beginn ganz gelegen. Also den Camper gestartet und nix wie hin. Kirschweiler liegt von mir etwa 80km entfernt im Hunsrück. Über die B41 und ein paar Nebenstraßen brauchte ich ein bisschen mehr als eine Stunde. Direkt hinter einem Golfplatz befindet sich ein sehr schön gelegener Wanderparkplatz am Waldrand, von wo aus die Tour auch direkt bei einem rustikalen Holztor startet.
An dem Tag hatte ich leider Pech, da kurz nach meinem Eintreffen am Parkplatz eine Familie mit zwei Kids dieselbe Idee für eine Wanderung hatte. Da ich die Truppe auf keinen Fall VOR mir auf dem Weg haben wollte, hab ich deren Vorbereitungszeit genutzt und die ersten zwei Kilometer in etwas strammerem Tempo zurückgelegt, nicht ohne natürlich die wunderbaren, weichen, herbstlichen Waldwege zu genießen.
Nach einer ganzen Weile durch ruhigen Wald - man kann dabei wunderbar seinen Gedanken nachgehen! - folgt ein kurzer Aufstieg zum "Ringskopf". Der Weg wird plötzlich steiniger und viele kleine, teils mit schönem Moos überwachsene Felsbrocken säumen den Weg. Es empfiehlt sich, die Gedanken dann wieder auf den Weg zu konzentrieren, denn es wird auf den nassen Steinen und Wurzeln schon ein bisschen rutschig! Der Ringskopf ist das Überbleibsel eines keltischen Ringwalls und wenn man auf dem einen massiven Felsen steht, hat man einen schönen Rundumblick ins Tal und auf die umliegenden Wälder.
Der spannende Pfad verläuft stellenweise zwischen den Steinen und über schmale Trails, gute Schuhe sind hier wieder mal absolut zu empfehlen! Ich liebe solche Wege, von denen man nie weiß, was einen nach der nächsten Biegung erwartet! Eigentlich wollte ich dort oben eine Pause einlegen, aber im Hintergrund waren schon wieder Stimmen zu hören, also bin ich weiter gegangen. Es geht wieder angenehm bergab, man kommt auf einen breiten Waldweg, den man kurz darauf wieder verlässt und gemütlich weiter ins Tal wandert. Dann endlich eine einsame Bank an einem Abzweig.
Die Ruhe hielt leider nicht lange vor. Die Familie hatte mich eingeholt. Also schnell zusammengepackt, kurz Hallo gesagt um dann mit Warp 8 oder so wieder Vorsprung gewinnen.
Es geht zunächst weiter auf recht unspektakulären, aber wirklich schönen Pfaden und ganz allmählich auch bergauf. Die Steigungen lassen sich aber ganz gemütlich laufen. Oben angekommen erreicht man dann schließlich den Namensgeber der Traumschleife. Die "Festung" ist eigentlich gar keine, sondern eine massive, riesige Quarzit-Felsformation, die aufgrund ihrer Form, die einer Mauer gleicht, ihren Namen bekommen hat. Angeblich ranken sich auch diverse Legenden um den Ort, jedoch haben archäologische Untersuchungen wohl keinen Hinweis auf altertümlich oder gar kultische Nutzung ergeben. Von oben sieht die Festung ungefähr so aus:
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| Das Bild ist KI-generiert und erhebt keinen Anspruch auf völlige Korrektheit! |
Zwischen den Felsen war es herrlich warm in der Sonne, so dass der Schweiß ein bisschen trocknen konnte. Allerdings dauerte es nicht lange, bis mich die Leute eingeholt hatten, deshalb hab ich mich dann wieder an den Abstieg gemacht. Der Weg ins Tal hatte es auch wieder in sich. Geröll, Wurzeln, lose Steinbrocken und es geht neben dem Pfad stellenweise ordentlich bergab! Unten schließlich angekommen erwarten einen auf dem Rest des Wegs nur noch bequem zu laufende Waldwege, eine Pausengelegenheit, von denen es unterwegs ruhig mehr hätte geben können und nach knapp zwei Kilometern ist man dann wieder am Ausgangspunkt.
Alles im allem eine wirklich schöne Rundwanderung sowohl im Sommer als auch im Herbst, mit der nötigen Ausrüstung, versteht sich!
Der Weg ist das Ziel!




Am 15.10. hatten wir herrliches Wetter zum Wandern und uns hat der Rundweg sehr gefallen.
AntwortenLöschenViele Grüße
Die Familie, die nicht lautstark durch den Wald gegangen ist.